LOMVIA: Verknüpfung von Ozeanographie und multi-spezifischen, räumlich variablen Interaktionen von Seevögeln und ihrer Beute in der Arktis
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LOMVIA: Verknüpfung von Ozeanographie und multi-spezifischen, räumlich variablen Interaktionen von Seevögeln und ihrer Beute in der Arktis
01.07.2018 bis 31.12.2020
Max Planck Institut für Menschheitsgeschichte, Abteilung für Archäologie
Kahlaische Strasse 10
07745 Jena
British Antarctic Survey (BAS) Cambridge
Küsten-, Meeres- und Polarforschung für Nachhaltigkeit (MARE:N)
Wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit Großbritannien
Schwerpunkt des Projektes ist es, die Lebensraumpräferenz, Nahrungsverhalten, Nahrungszusammensetzung und Nahrungsnetze von Lummen Vogelgattungen zu untersuchen. Insbesondere die Dickschnabellumme ist eine charakteristische arktische Art, deren Populationsentwicklung auf die Gesundheit des marinen Ökosystems hinweist. Für die geplante Studie stehen die Gewässer nördlich von Island im Fokus des Projektes. Speziell diese Gebiete sind für den Arktischen Ozean von erheblicher Bedeutung, aufgrund der Verbindung des Ostgrönlandstroms mit ziehenden Seevogelarten. Um die Widerstandsfähigkeit von Arten und Nahrungsketten in arktischen Ökosystemen bewerten zu können, soll die räumliche Habitatpräferenz der Dickschnabellumme und der Trottellumme in Kolonien an der Küste Islands in Bezug auf Verfügbarkeit von Meereisrand, Schmelzwasser und verschiedenen Wassermassen untersucht werden. Es ist eine umfassende Erkundung von zehn isländischen Feldstandorten, Feldausrüstungstests und Beschaffung von Video-/Fotoaufnahmen von Vögeln geplant. An fünf Standorten sollen Blutproben und Beute von etwa acht Vogelexemplaren pro Standort gesammelt werden. Rezente Nahrungsproben und Isotopenuntersuchungen der Lummen werden mit publizierten Daten aus den 1990er Jahren verglichen, um Hinweise über die zeitliche Veränderungen in der Struktur der Nahrungsnetze und diesen zugrunde liegenden Umweltveränderungen zu erhalten. Um die Auswirkungen des globalen Klimawandels vorherzusagen, werden Modelle (Generalised Functional Response) entwickelt, die eine Abschätzung der Habitatpräferenz ermöglichen und gleichzeitig Unterschiede in der Verfügbarkeit zwischen den Standorten berücksichtigen.
Weitere Informationen können den Webseiten »Changing Artic Ocean« entnommen werden.